Die Berechnung ohne versteckte Annahmen
Prüfen Sie die sekundärseitige Spannungsänderung eines Transformators auf zwei Wegen: direkt aus vergleichbaren Leerlauf- und Lastmesswerten oder mit der üblichen Näherung erster Ordnung über R/X und Leistungsfaktor. Halten Sie die interne Spannungsänderung des Transformators getrennt vom Spannungsfall in der Speiseleitung.
So verwendest du diesen Rechner
Wählen Sie den Messmodus, wenn vergleichbare Messwerte an den Sekundärklemmen vorliegen.
Halten Sie im Messmodus Primärspannung, Anzapfungsstellung und Messort konsistent.
Wählen Sie den Ersatzschaltbild-Modus, wenn %R und %X aus zuverlässigen Transformator-Prüfdaten vorliegen.
Geben Sie für die Näherung den Lastleistungsfaktor, das induktive bzw. kapazitive Verhalten und den Lastanteil in Prozent ein.
Lesen Sie das vorzeichenbehaftete Ergebnis ab: Eine negative Spannungsänderung kann bei ausreichend kapazitiver Last auftreten und darf nicht stillschweigend auf null gesetzt werden.
Typische Einsatzbereiche
- •Prüfung der Spannungsänderung an der Sekundärseite bei Transformator-Abnahme oder Feldmessungen.
- •Abschätzung der Spannungsänderung aus Kurzschluss- bzw. Ersatzschaltbild-Parametern.
- •Vergleich der Wirkung von induktivem und kapazitivem Leistungsfaktor.
- •Trennung der internen Spannungsänderung des Transformators vom Spannungsfall in nachgelagerten Leitern.
Beispiel: 230 V Leerlauf, 220 V unter Last
Gemessene Spannungsänderung = (230 − 220) ÷ 220 × 100 = 4,545 %. Mit %R = 1,2, %X = 4,8 und PF 0,8 induktiv beträgt die Näherung erster Ordnung bei Volllast 1,2×0,8 + 4,8×0,6 = 3,84 %.
Was das Ergebnis nicht voraussetzt
- •Die Spannungen im Messmodus müssen vergleichbare Effektivwerte an denselben Sekundärklemmen und mit demselben Betriebsbezug sein; Außenleiter-Außenleiter- und Außenleiter-Neutralleiter-Werte dürfen nicht gemischt werden.
- •Die R/X-Methode ist ein Transformatormodell erster Ordnung als Näherung. Exakte Zeigerdiagramm-Berechnung und zertifizierte Leistungswerte erfordern das jeweils gültige Prüfverfahren und die Transformatordaten.
- •Die Nennangabe %Z allein bestimmt die Spannungsänderung nicht eindeutig, weil die Aufteilung in Widerstand und Reaktanz sowie der Lastleistungsfaktor eine Rolle spielen.
- •Die Spannungsänderung eines Transformators ist nicht dasselbe wie der Spannungsfall in der Speise- oder Stromkreisleitung; Netzschwankungen, Stufenschalter und nachgelagerte Leiter sind nicht Teil dieser Berechnung.
- •Andere Normen verwenden für eine abweichend definierte Spannungsänderung möglicherweise die Leerlaufspannung als Bezugsgröße. Dieser Rechner verwendet für die direkte Messformel ausdrücklich die Lastspannung und zeigt diese Konvention an.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Spannungsänderung eines Transformators?+
Sie beschreibt, wie sich die Sekundärklemmenspannung zwischen definiertem Leerlauf und Last ändert, während die Primärspannung als Bezug konstant gehalten wird.
Warum zeigt MAXScanner den Nenner an?+
Konventionen für die Spannungsänderung können mehrdeutig sein. Dieser Rechner verwendet in der direkten Formel ausdrücklich die Lastspannung, damit die Ergebnisse nachvollziehbar sind und die Konvention sichtbar bleibt.
Kann die Spannungsänderung eines Transformators negativ sein?+
Ja. Bei einer ausreichend voreilenden kapazitiven Last kann der näherungsweise Blindanteil so stark subtrahieren, dass sich eine negative Spannungsregelung ergibt, d. h. die Lastspannung kann gegenüber der Referenz steigen.
Ist die Transformator-%Z dasselbe wie die Spannungsregelung?+
Nein. %Z ist der Betrag der Impedanz. Die Spannungsregelung hängt von deren Wirk- und Blindanteilen sowie vom Leistungsfaktor der Last ab, daher können identische %Z-Werte unterschiedliche Spannungsregelungen ergeben.
Entspricht dies dem Spannungsfall einer Leitung?+
Nein. Dieser Rechner bildet den Transformator selbst ab. Für den Spannungsfall in Leitern und Speisekabeln verwenden Sie bitte den dafür vorgesehenen Spannungsfall-Rechner.
Kann ich dieses Ergebnis als Konformitätsnachweis verwenden?+
Nein. Für vertragliche oder normkonforme Entscheidungen sind die jeweils gültigen Normen, Herstellerangaben und vorgeschriebenen Prüfbedingungen maßgebend.
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